Auch eine Mitgift ist natürlich und legitim

Dr. Prinz Donatus und Dr. Prinzessin Viola von Hohenzollern-Emden im Park ihres Anwesens, Killochan Castle, Ayrshire, Schottland, 2007, das heute gemietet werden kann, https://www.killochancastle.com/

Medaillenprägung zur Baumwollhochzeit
Der Adelsrechtsexperte Georg Freiherr von Frölichsthal wies kürzlich daraufhin, daß in der Vergangenheit Mischehen von Adel und Bürgerlichen, in die die Ehefrau ein Millionenvermögen einbrachte, weitaus öfter keine arrangierten Verbindungen korrupter Adelsnamensträger, sondern echte Liebesehen gewesen sind. Mit Verweis auf entsprechende Vorkommnisse in den Familien Prinz von Isenburg, Graf von Goetzen, Graf von Hatzfeld und anderen führt er aus: Es regten sich böse Zungen,, „die als unumstößliche Tatsache hinstellten, die Frau habe sich mit ihren Millionen den Mann und sein Wappen gekauft, und ihn als Mitgiftjäger bespöttelten, der die Dollarprinzessin nur genommen habe, um sein Wappenschild neu zu vergolden. Ungleich häufiger hat bei diesen internationalen Ehen aber der kleine Gott Amor eine wichtige Rolle gespielt.“ (Adelsblatt, 65.2026.1.5)
Freiherr von Frölichstahl erwähnt auch das Paradebeispiel für die wahre Liebe, die das Vorurteil gekaufter Ehen und Titel bricht: Die aus dem jüdischen Bankhaus Heine stammende Großnichte des Dichters Heinrich Heine wurde Herzogin von Richelieu und nach dessen Tod Fürstin von Monaco. Aber auf dem hochadeligen Piratenfelsen warf sie die Fürstenkrone aus dem Fenster, weil sie ihrem Herzen folgte. Ihre neue Liebe zu einem Komponisten wog schwerer.
Daß eine Frau mit eigenem gutem Standing nicht mit leeren Händen in ihrer neuen Familie erscheint, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Die Mitgift ist eine gute Sitte, die auch in europäischen Königsfamilien bis heute gepflegt wird. Eine Mitgift ist das klassische Mittel, die "Hausmacht", also die künftigen Möglichkeiten der neuen Familie, zu erweitern und die Lebensumstände der nächsten Generation zu verbessern. Auch garantiert sie der Ehefrau, die in eine traditionelle und historisch orientierte Familie einheiratet, ein großes Gewicht in der Familienaufstellung.
Weil es wie immer im Leben darauf ankommt, aus den Dingen etwas zu machen und sich einzulassen, berührt die Einbringung einer Mitgift in den neuen Hausstand die Integrität der Beteiligten durchaus nicht. Wenn diese sich mit ihrer Existenz investieren, ist eine solche traditionelle Geste nicht nur vornehm, sondern auch vernünftig. Sie kann dem Frieden in spät geschlossenen Ehen mit Kindern aus einer Vorehe dienen, wenn der zweite Ehemann im Gegenzug auf seine Erbrechte Verzicht leistet. Ein spektakuläres Beispiel ist dafür im Haus Hohenzollern Prinz Donatus, der auf das in 16 Ländern befindliche neunstellige Vermögen seiner Frau Viola zu Gunsten seiner Stieftochter verzichtet hat. Olivia Hallman war ein New Yorker Topmodel, Cover Girl der Vogue und hatte sich gerade in Florida zur Ruhe gesetzt, als ihre Mutter plötzlich verstarb. Weil in Schottland die Erbschaftsregister öffentlich sind, berichtete die Presse über den Verzicht des Prinzen auf das in Schottland belegene Vermögen von 2,5 Millionen Euro (Klick hier).
In der internationalen Presse wurde auch über die neuseeländische Insel Pepin Island berichtet, auf die Prinz Donatus Anspruch hätte erheben können. Diese wurde 2021 von seiner Stieftochter für 13,5 Millionen Dollar verkauft (Klick hier). Donatus dazu: „Ich habe meiner Frau, die anfangs eine Mitgift in das gemeinsame Leben eingebracht hat, versprochen, Olivias Erbrechte nicht zu schmälern, falls Gott sie zuerst zu sich rufen wird. Ich habe auf meine Pflichtteilsrechte auch in Neuseeland verzichtet und ihr alles zukommen zu lassen. Ein ehrlicher Mann hält sein Wort - auch über den Tod der geliebten Ehefrau hinaus.“