Wahlverwandtschaften schreiben die Adelsgeschichte fort:
Die horizontale Namensperpetuierung
Wer für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik einsteht, kann auch getrost in die ehemals adligen, ohne neuere Verdienste immer noch titulierten Familien einheiraten oder durch Heiratsperpetuierung zum weiterverschwägerten Familienmitglied werden. Das Namensrecht vollzieht die konformistische Modernisierung der Gesellschaft.
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So hat Angelika Stölzle zuerst ihren Alexander Prinz von Hohenzollern-Emden geheiratet. Dann hat diese Angelika, Prinzessin von Hohenzollern-Emden, nach der Scheidung von Alexander ihren Harald geehelicht, der nun ihren Namen angenommen hat und dadurch, weil es kein Adelsrecht, sondern nur das Namensrecht gibt – legaler und vollgültiger Prinz von Hohenzollern geworden ist.
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Eine Scheidung später hat Prinz Harald endlich seine Josefa geheiratet und vor seinem kürzlichen Tod seinen Namen auf seine schwangere Frau übertragen. So wie sie selbst wird auch ihr Kind Leopold zur erweiterten Linie der Prinzen von Hohenzollern-Emden gehören. Der Chef der monarchistischen Sigmaringer Linie, der für die Linie Hohenzollern-Emden nicht zuständig ist, publizierte in der lokalen Presse kurz vor der Niederkunft und unmittelbar nach dem Tod des Ehemannes die Attacke, daß die hochschwangere Josefa keine „richtige“ Prinzessin sei und irgendwie seiner Ansicht nach doch nicht zur Familie gehöre.
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Diese Rufschädigung, die durch nichts begründet und Hilflosigkeit ausdrückt, lehnt der Familienverband der Hohenzollernprinzen der Linie Emden entschieden ab und begrüßt Prinzessin Josefa und Prinz Leopold in ihren Reihen. Mit ihrer Geschichte und persönlichen Leistung ist sie eine willkommene Bereicherung des prinzlichen Hauses Hohenzollern.
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​​Wer Adoptionen oder horizontale Namensperpetuierung durch Heirat – die ebenfalls vom Gesetzgeber gewollt und damit nicht nur legal, sondern auch legitim ist – ablehnt, verteidigt, wie bereits gesagt, die Position des dynastischen Adels, der kein Museum ist, sondern, wie wir ja nun wissen, jederzeit wieder die Herrschaft übernehmen und der Allgemeinheit gern ihre Palast-Steuern und andere mißbräuchlichen Lasten auferlegen würde.
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Die Geschichte hält die besten Gründe bereit, den modernen, gleichmachenden Zeitgeist am „Adel“, der ohne eigene Leistung selbst nur ein Scheinadel ist, zu vollstrecken und ihm damit Hilfe zur Modernisierung zu leisten. Adel ist Verdienstadel. Dafür steht der Familienverband der Prinzen und Prinzessinnen von Hohenzollern-Emden ein.